Der neue Retourentacho der Forschungsgruppe Retourenmanagement an der Uni Bamberg wurde veröffentlicht. Bereits zum zweiten Mal wurden Daten erhoben und ausgewertet.

Dabei verursacht eine Retoure Kosten, die nicht jeder Händler im Blick hat. Hierbei kann der Retourentacho helfen.

So verursacht ein zurückgeschickter Artikel im Durchschnitt Kosten in Höhe von 11,24 Euro (5,67 Euro Transportkosten + 5,57 Euro Bearbeitungskosten). die Kosten für eine Retourensendung Kosten belaufen sich auf 19,51 Euro (9,85 Euro Transportkosten + 9,66 Euro Bearbeitungskosten). Als relevanteste Kostentreiber nennen die Teilnehmer der Studie die Porto-/Transportkosten (80,9 %), aber auch den Wertverlust bei Artikeln, die sich nicht mehr als A-Ware verkaufen lassen (45,5 %). Zusätzlich fällt  die Sichtung und Beurteilung der Artikel (33,8 %) sowie die Retourenvereinnahmung/Identifikation der Artikel (30,9 %) ins Gewicht.

Somit entstehen Gesamtkosten in Höhe von schätzungsweise 5,46 Milliarden Euro, die einerseits die Kunden durch höhere Marktpreise tragen, andererseits die Margen der E-Commerce Händler belasten. Die Umweltwirkung der Retouren beläuft sich 2018 geschätzt auf 238.000 Tonnen CO2-Äquivalente, dies entspricht in etwa der Umweltwirkungen von täglich 2.200 Autofahrten von Hamburg nach Moskau (Annahme: 150 g CO2/km). Der Anteil der Retouren am Gesamtausstoß in Deutschland (laut BMU 906,8 Mio. t CO2) ist trotzdem sehr gering (0,0262 Prozent).

Es wurde ebenfalls erhoben, wie mit zurückgeschickten Artikeln verfahren wurde. Einer massenhaften Vernichtung, wie sie teilweise durch Medienberichte dargestellt wurde, kann bei den Studienteilnehmern nicht festgestellt werden:

  • Direkter Wiederverkauf als A-Ware (79,0 Prozent)
  • Wiederverkauf als B-Ware (13,0 Prozent)
  • Verkauf an externe industrielle Verwerter (2,1 Prozent)
  • Spenden an gemeinnützige Organisationen (0,9 Prozent)
  • Entsorgung/Verschrottung (3,9 Prozent)
  • Sonstiges (1,1 Prozent)

Die im Markt durchschnittlich eingeräumte Widerrufsfrist liegt mit 28,4 Tagen deutlich über dem gesetzlichen Mindestmaß von 14 Tagen. In den vergangenen Jahren wurde das Retourenmanagement liberaler/kundenfreundlicher (bspw. haben 28 % der Befragten ihre Widerrufsfrist verlängert). Aber: Es deutet sich eine Trendwende im Markt an. Gingen die befragten Händler 2014 noch von einer weiteren Liberalisierung der Rücknahmeregeln aus (+0,24), ist diese Einschätzung nun leicht negativ (-0,20). In Bezug auf das Retourenmanagement arbeiten besonders viele Händler daran, die Prozesstransparenz für den Kunden zu erhöhen (Informationsmails über Eingang und Bearbeitungsstand), eine dynamische artikelspezifische Abfrage von Retourengründen zu ermöglichen und dem Kunden ein Wahlmöglichkeit des Logistikdienstleisters zu bieten.

Quelle: http://www.retourenforschung.de/info-retourentacho2019-ausgewertet.html PM vom 26.4.2019